Was ist zu tun?
       
 

Vorsorge zu Lebzeiten

Wer in Deutschland den Wunsch hat, sich auf See bestatten zu lassen, sollte zu Lebzeiten einige Vorkehrungen treffen. Jedes Bundesland hat seine eigenen Bestattungsgesetze und Verordnungen, die an dieser Stelle nicht alle aufgeführt werden können. Darum seien hier nur die wichtigsten Maßnahmen genannt.
In Deutschland muss eine Seebestattung, sowie eine vorausgehende Feuerbestattung (=Einäscherung) behördlich genehmigt werden. In den meisten Bundesländern kann dies geschehen, indem die Hinterbliebenen (=nächste Angehörige) den engen Bezug der/des Verstorbenen zum Meer, z.B., die tiefe geistige Verbundenheit zur See oder frühere seemännische Tätigkeit schriftlich nachweisen. "Besser ist es jedoch, seinen Wunsch in einer so genannten Bestattungsverfügung (Vorsorge- und Willenserklärung) schriftlich zu hinterlassen", raten Fachleute. Dann gibt es keine Missverständnisse und dem letzten Willen der/des Verstorbenen kann sicher entsprochen werden. Eine solche Erklärung sollte nicht im Testament stehen, sondern in einer separaten Verfügung, da Testamente oftmals erst nach der Beisetzung eröffnet werden. Zur Vermeidung von Zweifeln an der Echtheit der Verfügung ist es zudem ratsam, die Erklärung von einer weiteren Person bestätigen zu lassen.

Sinnvoll ist es, zu Lebzeiten im Kreis der Betroffenen offen darüber zu sprechen.

Muster von Vorsorge-Formularen finden Sie in unserem Download-Bereich.

Nach Eintritt des Sterbefalles

Liegen keine Verfügungen der/des Verstorbenen vor, sollte der zu Lebzeiten mündlich geäußerte Wunsch in Form der vorstehend erwähnten Erklärung der nächsten Angehörigen dokumentiert werden.

Wenn bereits Vorverstorbene seebestattet wurden, sollte geprüft werden, ob es wünschenswert und möglich ist, die Beisetzung am gleichen Ort als sogenannte Folgebeisetzung vorzunehmen. Positionsangaben zum damaligen Beisetzungsort können eventuell noch existierenden Dokumenten entnommen werden.

Bitten Sie das Bestattungsinstitut Ihres Vertrauens, Angebote von mehreren Seebestattungs- Reedereien vorzulegen. Machen Sie möglichst klare Angaben zum gewünschten Seegebiet, zum Abfahrtshafen und zum Beisetzungsschiff. Bitten Sie um verbindliche Gesamt-Endpreise einschließlich Mehrwertsteuer für die Beisetzungsfahrt und alle Nebenleistungen (See-Urne, Umbettung, Überführung, Blumenschmuck, Trauerfeier an Bord, Dokumentation). Achten Sie auch auf eventuelle Zuschläge für Treibstoffkosten und für Beisetzungstermine an Wochenenden und Feiertagen. Lassen Sie sich zusichern, dass die Beisetzungsfahrt mit Angehörigen wirklich eine Einzelfahrt für Ihre Trauergemeinde ist und sich ausschließlich Ihre Gäste an Bord befinden werden (besonders wichtig bei größeren Fahrgastschiffen).

Setzen Sie sich bei der Terminierung der See-Beisetzung nicht unter Zeitdruck. Dieser geht in der Regel zeitnah am Wohn- oder Sterbeort eine Trauerfeier am Sarg voraus. Meistens nimmt an der Beisetzung auf See nur der engste Familien- und Freundeskreis teil. Ziehen Sie einen Tag in Betracht, der den teilnehmenden Trauergästen die An- und Abreise zum Hafen erleichtert und prüfen Sie auch einen möglichen Ausweichtermin für den Fall, dass die Beisetzungsfahrt wegen der Wetterlage aus Sicherheitsgründen verschoben werden muss. Jeder möchte aus verständlichen Gründen die Bestattung als endgültigen Abschied von der/dem Verstorbenen nicht lange hinauszögern. Aber es gibt niemanden, der Ihnen vorschreibt, die Beisetzung ganz kurzfristig in Hektik und unter Zeitdruck vorzunehmen.

 

       
     
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